Naturfreundehäuser

Historisches - Wie wurde die "Rote Grube" zum Naturfreundehaus?

Quelle: Der Wanderer, Mitteilungsblatt des Gaues Sachsen im Touristen-Verein „Die Naturfreunde“, 10. Jahrgang, 1928, Nummer 6, 1. Juni 1928, Seite 48

Naturfreundehaus Rote Grube

Ende Oktober 1927 war in Siegmar bei Chemnitz das sächsische Naturfreundeparlament zusammengetreten. Es beschloß das Netz der sächsischen Naturfreundehäuser auch in Westsachsen engmaschiger zu gestalten durch Erstellung eines Naturfreundehauses im Gebiete des Auersberges. Emsig waren die Genossen des 6. Bezirkes bemüht, Möglichkeiten zur Verwirklichung des langgehegten und langgenährten Wunsches, der nun durch den Beschluß der Gauversammlung eine festere Unterlage bekommen hatte, ausfindig zu machen. Daß sie dabei die lebhafteste Unterstützung der Gauleitung fanden, ist wohl selbstverständlich. – Schneller wohl, als es sich mancher der Beschließenden in Siegmar gedacht hatte, konnte den Worten die Tat folgen.

Ein Anwesen in der Nähe von Erlabrunn i. Erzgeb., in 800 m Höhe, Rote Grube geheißen, war verkäuflich und wurde von uns erworben. In dem Augenblick, da diese Zeilen geschrieben werden, werden auch schon Pläne geschmiedet, wie das Erworbene schnell, gut und billig unseren Zwecken dienstbar gemacht werden kann, und nicht lange wird es währen, werden fleißige Hände sich regen, das Werk in Angriff zu nehmen und der Vollendung entgegen zu führen. Das Wintersportheim im Westerzgebirge ist Wahrheit, Wirklichkeit geworden.

Da es daneben als Stützpunkt für herrliche Sommerwanderungen und als Ferienheim benutzt werden wird, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Mit dem getätigten Kauf ist der erste – vielleicht der geringste – Teil der gestellten Aufgabe erledigt. Nun liegt es an den Genossinnen und Genossen des 6. Bezirkes, gleich den Mitgliedschaften andrer Bezirke, zu beweisen, das sie bereit und gewillt sind, Opfer ideeller und finanzieller Natur für ihr Heim zu bringen, damit Um- und Ausbau desselben schnellstens erledigt werden und im kommenden Winter nach froh verlebten Stunden und wohltuender Ruhe im eigenen Heim die Fahrt hinaus in die herrliche winterliche Natur angetreten werden kann.

Wer aber würde zweifeln an der Tatkraft der Genossinnen und Genossen im Erzgebirge? Darüber hinaus wird der 6. Bezirk der Unterstützung des ganzen Gaues gewiß sein können. Auf zur Tat!

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