Dresden

Unsere Gäste aus Tansania in Dresden…

Die Freude war groß, als am 30.05.2017 der ICE mit unseren Gästen aus Tansania in Dresden/ Hauptbahnhof eintraf. Erwartungsvoll standen viele unserer NaturFreunde an der Bahnsteigkante. Die tansanische Fahne wehte fröhlich im Wind des ankommenden Zuges. Das Hallo und die Umarmungen waren herzlich, als Baraka, Gudila, Naka und Sia endlich ausstiegen. Unsere Jüngsten überreichten Blümchen und waren stolz, Teil dieses schönen Ereignisses zu sein.

Der Willkommensabend ging nach dem Bezug der Pension „Olé“ gemütlich im Restaurant „Bischof 72“ im Szeneviertel der Dresdner Neustadt weiter. Hier sprachen wir über das vielfältige Programm der kommenden Tage und über die Wünsche unsere Gäste zum Sigthseeing. Baraka war ja nach zwei Besuchen in Dresden bereits ein Kenner der Stadt und auch Naka hatte den ganz konkreten Wunsch, ins Panometer zu gehen, welches sie durch Bilder kannte.

Bereits der folgende Tag versprach dann schon viel Spannendes. Mit ca. 20 NaturFreunden der OG Dresden und Jörg Schwarze als Wanderleiter ging es auf in die schöne Sächsische Schweiz. „Durch romantische Gründe zur Basteiaussicht“ hieß die Tour. Was drauf stand, war auch drin.

Unsere Gäste waren begeistert von der Schönheit dieses bizarren Gebirges und genossen den Tag in naturfreundlicher Gemeinschaft. Das Picknick der Wandergruppe WEG war eine willkommene Stärkung und mundete während der Tour besonders gut.

Am nächsten Tag, dem 1. Juni, waren unsere Gäste zusammen mit Norina Gneist und Sybille Ott zu Gast in der Sächsischen Staatskanzlei. Sie wurden von Ulrich Beyer, dem Leiter der Abteilung Europa/ Internationale Beziehungen begrüßt. Es ging um einen Erfahrungsaustausch zu Möglichkeiten der Entwicklungshilfe mit Tansania sowie um Inputs zum Sächsischen Schulsystem und zur Kinder- und Jugendhilfe in Sachsen. Die Informationen und der Austausch waren spannend und fruchtbringend. Unseren Gästen mag ein wenig der Kopf geschwirrt haben angesichts so vieler Informationen, sie nahmen aber dankbar jeden Impuls auf und berichteten gleichzeitig von ihrem Projektvorhaben der nächsten Monate und Jahre in Tansania. Die Idee eines Bildungsprojektes zur Gesundheitsvorsorge und Aufklärung für Mädchen stieß bei den anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Freistaates jedenfalls auf großes Interesse und Wohlwollen.

Am Nachmittag des 1. Juni besichtigten wir mit unseren Gästen dann auch gleich das Panometer. Die aktuelle Ausstellung von Jadegar Asisi „Dresden 1945“ eröffnete einen Blick in die düsterste Zeit der Stadt. Hautnah wurde die Zerstörungsmacht, die Hitler und der Nationalsozialismus heraufbeschworen haben, deutlich. Die Zerstörung von Städten wie Dresden, Rotterdam, Coventry, Stalingrad, Warschau und vielen anderen mehr war das tragische Ergebnis von Größenwahn und geschürtem Hass.

Unsere Gäste waren tief ergriffen. Zugleich äußerten sie ihr Erstaunen darüber, wie schön Dresden doch heute wieder geworden ist. Tragik und Hoffnung liegen manchmal eben sehr nah beieinander.

Den Abend verbrachten wir mit unseren Gästen auf einem Schaufelraddampfer. Es ging volle Kraft voraus nach Pillnitz! Das Spargelessen mit Elbflair, bei herrlichem Sonnenuntergang, rundete den ereignisreichen Tag ab. Intensiv sprachen wir während der Fahrt aber auch über das neue Projekt von FRI SUCODE, was in den kommenden Wochen gemeinsam mit Ecki bei MISEREOR in Aachen vorgestellt werden sollte.

Das Pfingstwochenende verbrachten Baraka, Gudila, Naka und Sia bei Frank Rabs und Team in der Crimmitschauer Gegend, eine ebenfalls wunderbare Zeit für unsere Gäste. Am Pfingstmontag holten wir sie wieder dort ab. Es wartete an jenem Tag noch ein Erlebnis der besonderen Art. Wieder zurück in Dresden gingen wir also geschniegelt und gebügelt in den gerade wieder eröffneten Kulturpalast zur Festveranstaltung „50 Jahre Philharmonische Chöre“.

Beim anschließenden Abendessen im Turtle Beach, einem Restaurant mit karibischem Flair mussten Sia und Gudila herzlich lachen, als sie eine besonders interessant klingende Speise bestellten und letztlich feststellten, dass es das bestellte Essen zu Hause in Tansania durchaus sehr regelmäßig gibt.

Der Besuch in der Kindertageseinrichtung „Flitzpiepe“ am 06.06.2017 begeisterte unsere Gäste aus Tansania von ganzem Herzen. Sie erlebten einen wunderbaren gemeinsamen Vormittag mit den Kindern und eine sehr offene Leiterin der KITA. Möglich, dass Gudila im Ergebnis dieses Besuchs schon bald ein Praktikum in der Einrichtung machen kann.

Am Nachmittag feierte die OG Dresden der NaturFreunde zu Ehren unserer Gäste ein kleines Fest im Johannstädter Kulturtreff. Über dreißig Mitglieder der Ortsgruppe waren gekommen. Alle waren interessiert am Projektstand in Nambala und viele wollten natürlich aus erster Hand etwas über ihre Patenkinder erfahren. Baraka, Gudila, Naka und Sia waren stark gefragt, fanden aber zum Glück auch noch Zeit, dem Kinderchor zu lauschen und selbst ein Ständchen aus ihrer Heimat zu singen. Unser Grillmaster des Tages und NaturFreund Gunter Zimmermann erhielt unterdessen draußen am Grill einen Anruf von seiner Tochter Saskia, die gerade für drei Monate in Tansania weilte und intensiv mit den Kindern und Jugendlichen vor Ort arbeitete. Auch Baraka ließ sich gleich von Saskia über die aktuellen Entwicklungen daheim informieren, war er doch tausende Kilometer weit entfernt. Das Fest wurde dank unserer Hauptorganisatoren Familie Mertke und Anne Wolf als Übersetzerin ein voller Erfolg. Hoch sollen sie leben!

Zum Erlebnis wurde am 07.06. auch der Besuch im Hygienemuseum. Unsere Gäste sprachen davon, dass sie sich hier ebenfalls viele Impulse für ihre Arbeit mit den Mädchen und jungen Frauen in Tansania holen konnten. Mit Norina und Anne ging´s dann noch zum Shopping in die Altmarktgalerie, bevor sich die Gruppe erstmalig aufteilte. Baraka und Gudila gingen mit zur Reisekneipe. Hier wurden sie von Ecki erwartet, der gemeinsam mit den beiden vor ca. 50 Besucherinnen und Besuchern über die Anfänge und die Projektentwicklung in Nambala berichtete. Sia und Naka wiederum gehörten zu den geladenen Gästen beim Frühjahrsempfang der SPD im Westin Bellevue und hielten gemeinsam mit Almut und Norina sogar einen kleinen Schwatz mit dem Wirtschaftsminister von Sachsen, Martin Dulig.

Am nächsten Tag ging’s nach Freiberg zur Freien Gemeinschaftlichen Schule „Maria Montessori“, von welcher unsere NaturFreundin Sybille Ott die ehrenamtliche Vorsitzende ist. Erwartet wurden wir von Schülerinnen der 9. Klasse. Sie führten uns durch das Haus, die Fachräume und die Klassen. Wir sprachen über den Ansatz der Montessori Pädagogik und über das Projekt in Tansania. Wir begegneten engagierten Lehrerinnen und Lehrern sowie vielen Schülerinnen und Schülern unterschiedlichster Klassenstufen. Die Schülerfirma hatte sogar einen kleinen Imbiss vorbereitet. Ziel des Besuchs der Montessori Schule in Freiberg war unter anderem, die Schülerinnen und Schüler für einen Austausch mit einer Schule unseres Projektes in Tansania zu motivieren und andersherum Baraka, Gudila, Naka und Sia verschiedene Formen schulischen Lernens zu präsentieren. Eine tolle Begegnung war das, mit der Aussicht, in den nächsten Jahren noch mehr daraus zu machen.

Wieder zurück in Dresden hieß es Abschiednehmen von intensiven und schönen Tagen der Begegnung und des Austausches mit unseren Gästen aus Tansania in Sachsen. Eine toll vorbereitete Abschiedstafel erwartete unsere Gäste in einem wohligen Neustadthof bei Almut Thomas und Helmut Stier zu Hause. Viele NaturFreunde waren noch einmal gekommen, um „Kwa heri“ zu sagen. Etwas Wehmut lag in der Luft und ein herzliches Dankeschön von allen Seiten. Zum Glück gehen die Begegnungen weiter, denn Ende September 2017 startet die Naturfreundejugend Sachsen zu ihrem zweiten Workcamp nach Tansania. Ein Wiedersehen ist also sehr bald in Sicht. Baraka, Gudila, Naka und Sia haben nun weitere Stationen in Deutschland vor sich. Es ist wunderbar, wie groß die Gemeinde der Unterstützer und Unterstützerinnen im Verlaufe der letzten Jahre schon geworden ist. Vielen Dank an alle.

Kerstin Kraege
NaturFreunde OG Dresden


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