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Datenschutzerklärung

Der Datenschutz der NaturFreunde Deutschlands, Landesverband Sachsen e.V. (NaturFreunde Sachsen) wird entsprechend der Bestimmungen der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) geregelt.

  1. Allgemeines

Die NaturFreunde Sachsen erheben, nutzen und verarbeiten Ihre personenbezogenen Daten unter Beachtung der EU Datenschutzgrundverordnung (im folgenden EU DSGVO).

 

  1. Verantwortliche Stelle

 

Verantwortlich für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten ist:

NaturFreunde Deutschlands Landesverband Sachsen e.V.

Schwepnitzer Str. 1

01097 Dresden

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  1. 3. Unser Umgang mit Ihren Daten

 

Personenbezogene Daten sind Informationen, die dazu genutzt werden können, Ihre Identität zu erfahren. Darunter fallen Informationen wie z. B. Name, E-Mail-Adresse.

 

Newsletter

Wir erheben, verarbeiten und nutzen Ihre personenbezogenen Daten zur Kommunikation mit Ihnen nur dann, wenn Sie uns diese zur Bestellung unseres newsletters mitteilen.

Ihre E-Mail-Adresse nutzen wir nur, um Ihnen Angebote und Informationen der NaturFreunde Sachsen zukommen zu lassen, wenn Sie sich für unseren Newsletter angemeldet haben. Rechtsgrundlage für diese Verarbeitung ist Art. 6 Abs. 1lit. b) DS-GVO.

Wir speichern Ihre personenbezogenen Daten nur solange, wie Sie unseren Newsletter beziehen wollen. Personenbezogenen Daten werden weder an Dritte weitergegeben noch für andere Zwecke genutzt. Sie Ihre Einwilligung zum Bezug des Newsletters widerrufen, werden Ihre Daten sofort gelöscht. Sie können Ihre Einwilligung in den Erhalt unseres Newsletters jederzeit über den in jedem Newsletter/Kundenmailing angegebenen Link zur Abmeldung oder durch Mitteilung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Wirkung für die Zukunft widerrufen.

 

Anfragen per Mail

Wenn Sie per E-Mail mit uns in Kontakt treten, werden die dabei von Ihnen angegebenen Daten zur Bearbeitung Ihrer Anfrage genutzt. Die Angabe der Daten ist zur Bearbeitung und Beantwortung Ihre Anfrage erforderlich - ohne deren Bereitstellung können wir Ihre Anfrage nicht oder allenfalls eingeschränkt beantworten.Rechtsgrundlage für diese Verarbeitung ist Art. 6 Abs. 1 lit. b) DSG-VO. Ihre Daten werden gelöscht, sofern Ihre Anfrage abschließend beantwortet worden ist und der Löschung keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen, wie bspw. bei einer sich etwaig anschließenden Vertragsabwicklung. Personenbezogenen Daten werden weder an Dritte weitergegeben noch für andere Zwecke genutzt.

 

Webseite

Sie können unsere Webseite besuchen, ohne Angaben zu Ihrer Person zu machen. Wir speichern lediglich Zugriffsdaten ohne Personenbezug wie z.B. den Namen Ihres Internet Service Providers, die Seite, von der aus Sie uns besuchen oder den Namen der angeforderten Datei. Diese Daten werden ausschließlich zur Verbesserung unseres Angebotes ausgewertet und erlauben keinen Rückschluss auf Ihre Person.

 

  1. 4. Widerruf Einwilligung

 

Durch einfache Mitteilung an eine unserer oben angegebenen Adressen können Sie auch Ihrer Einwilligung zur Verarbeitung und Nutzung Ihrer Daten für die Zukunft widerrufen. Wir werden Ihre Daten sofort löschen.

 

  1. Cookies

 

Die Internetseiten verwenden teilweise so genannte Cookies. Cookies richten auf Ihrem Rechner keinen Schaden an und enthalten keine Viren. Cookies dienen dazu, unser Angebot nutzerfreundlicher, effektiver und sicherer zu machen. Cookies sind kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden und die Ihr Browser speichert.

Die meisten der von uns verwendeten Cookies sind so genannte “Session-Cookies”. Sie werden nach Ende Ihres Besuchs automatisch gelöscht. Andere Cookies bleiben auf Ihrem Endgerät gespeichert bis Sie diese löschen. Diese Cookies ermöglichen es uns, Ihren Browser beim nächsten Besuch wiederzuerkennen.

 

  1. Social-Plug-ins

 

Facebook

In unserem Internetauftritt setzen wir das Plug-in des Social-Networks Facebook ein. Bei Facebook handelt es sich um einen Internetservice der facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA. In der EU wird dieser Service wiederum von der Facebook Ireland Limited, 4 Grand Canal Square, Dublin 2, Irland, betrieben, nachfolgend beide nur „Facebook“ genannt.

Durch die Zertifizierung nach dem EU-US-Datenschutzschild („EU-US Privacy Shield“)

 

garantiert Facebook, dass die Datenschutzvorgaben der EU auch bei der Verarbeitung von Daten in den USA eingehalten werden.

Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. f) DSGVO. Unser berechtigtes Interesse liegt in der Qualitätsverbesserung unseres Internetauftritts.

Weitergehende Informationen über die möglichen Plug-ins sowie über deren jeweilige Funktionen hält Facebook unter

https://developers.facebook.com/docs/plugins/

für Sie bereit.

Sofern das Plug-in auf einer der von Ihnen besuchten Seiten unseres Internetauftritts hinterlegt ist, lädt Ihr Internet-Browser eine Darstellung des Plug-ins von den Servern von Facebook in den USA herunter. Aus technischen Gründen ist es dabei notwendig, dass Facebook Ihre IP-Adresse verarbeitet. Daneben werden aber auch Datum und Uhrzeit des Besuchs unserer Internetseiten erfasst.

Sollten Sie bei Facebook eingeloggt sein, während Sie eine unserer mit dem Plug-in versehenen Internetseite besuchen, werden die durch das Plug-in gesammelten Informationen Ihres konkreten Besuchs von Facebook erkannt. Die so gesammelten Informationen weist Facebook womöglich Ihrem dortigen persönlichen Nutzerkonto zu. Sofern Sie also bspw. den sog. „Gefällt mir“-Button von Facebook benutzen, werden diese Informationen in Ihrem Facebook-Nutzerkonto gespeichert und ggf. über die Plattform von Facebook veröffentlicht. Wenn Sie das verhindern möchten, müssen Sie sich entweder vor dem Besuch unseres Internetauftritts bei Facebook ausloggen oder durch den Einsatz eines Add-ons für Ihren Internetbrowser verhindern, dass das Laden des Facebook-Plug-in blockiert wird.

Weitergehende Informationen über die Erhebung und Nutzung von Daten sowie Ihre diesbezüglichen Rechte und Schutzmöglichkeiten hält Facebook in den unter

https://www.facebook.com/policy.php

abrufbaren Datenschutzhinweisen bereit.Cookies/Anonymisierte Auswertungen

 

Google (+1)

Auf unserer Webseite ist das Plug-in „google+1“ (Google Plus) integriert.

Diese wird von der Google Inc., 1600 Amphitheatre Parkway, Mountain View, CA 94043, United States (im Folgenden: Google) zur Verfügung gestellt und betrieben. Sie erkennen diesen Button an dem Zeichen “+1? auf weißem Hintergrund.

Beim Besuch einer Website unseres Internetauftritts, die ein derartiges Plug-in beinhaltet, stellt ihr Browser eine direkte Verbindung mit den Servern von Google her, wodurch wiederum der Inhalt des Plug-ins an Ihren Browser übermittelt und von diesem in die dargestellte Website eingebunden wird. Hierdurch wird die Information, dass Sie unsere Website besucht haben, an Google weitergeleitet.

Sofern Sie während des Besuchs unserer Website über Ihr persönliches Benutzerkonto bei Google Plus bzw. Google eingeloggt sind, kann Google den Webseitenbesuch diesem Konto zuordnen. Durch Interaktion mit Plug-ins, z.B. durch anklicken des Buttons oder hinterlassen eines Kommentars werden diese entsprechenden Informationen direkt an Google übermittelt und dort gespeichert. Wenn Sie eine solche Datenübermittlung unterbinden möchten, müssen Sie sich vor dem Besuch unseres Internetauftritts unter Ihrem Google Plus bzw. Google-Account ausloggen.

Wir haben keinen Einfluss auf den Umfang und Inhalt der Daten, die Google mit der Schaltfläche erhebt. Wir gehen davon aus, dass Ihre IP-Adresse auch mit erfasst und übermittelt wird. Sie können sich über den Zweck, Umfang und die Nutzung der Datenerhebung durch das Unternehmen Google Inc. auf deren Datenschutzhinweisen informieren. Diese Webseite finden Sie unter der URL http://www.google.com/intl/de/+/policy/+1button.html

Wenn Sie Google Plus-Mitglied sind oder sich bei Google eingeloggt haben und nicht möchten, dass Google bei dem Aufruf unseres Internetauftritts Daten über Sie sammelt und mit Ihren bei Google gespeicherten Mitgliedsdaten verknüpft, müssen Sie sich vor Ihrem Besuch unseres Internetauftritts bei Google Plus bzw. Google ausloggen.

 

Twitter Plugins

Auf unseren Internetseiten sind Plugins des Kurznachrichtennetzwerks der Twitter Inc. (Twitter) integriert. Die Twitter-Plugins (tweet-Button) erkennen Sie an dem Twitter-Logo auf unserer Seite. Eine Übersicht über tweet-Buttons finden Sie hier (https://about.twitter.com/resources/buttons).

Wenn Sie eine Seite unseres Webauftritts aufrufen, die ein solches Plugin enthält, wird eine direkte Verbindung zwischen Ihrem Browser und dem Twitter-Server hergestellt. Twitter erhält dadurch die Information, dass Sie mit Ihrer IP-Adresse unsere Seite besucht haben. Wenn Sie den Twitter „tweet-Button“ anklicken, während Sie in Ihrem Twitter-Account eingeloggt sind, können Sie die Inhalte unserer Seiten auf Ihrem Twitter-Profil verlinken. Dadurch kann Twitter den Besuch unserer Seiten Ihrem Benutzerkonto zuordnen. Wir weisen darauf hin, dass wir als Anbieter der Seiten keine Kenntnis vom Inhalt der übermittelten Daten sowie deren Nutzung durch Twitter erhalten.

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Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Datenschutzerklärung von Twitter ((https://twitter.com/privacy).

 

  1. Externe Links

 

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  1. 8. Ihre Rechte

 

Recht auf Auskunft

Sie können gem. Art 15 DS-GVO Auskunft über Ihre von uns verarbeiteten personenbezogenen Daten verlangen.

 

Recht auf Berichtigung

Sollten die Sie betreffenden Angaben nicht (mehr) zutreffend sein, können Sie nach Art. 16 DS-GVO eine Berichtigung verlangen. Sollten Ihre Daten unvollständig sein, können Sie eine Vervollständigung verlangen.

 

Recht auf Löschung

Sie können unter den Bedingungen des Art. 17 DS-GVO die Löschung ihrer personenbezogenen Daten verlangen.

 

Recht auf Einschränkung der Verarbeitung

 

Sie haben im Rahmen der Vorgaben des Art. 18 DS-GVO das Recht, eine Einschränkung der Verarbeitung der Sie betreffenden Daten verlangen.

 

Recht auf Widerspruch

Sie haben nach Art. 21. DS-GVO das Recht, aus Gründen, die sich aus Ihrer besonderen Situation ergeben, jederzeit der Verarbeitung der Sie betreffenden Daten zu widersprechen.

Recht auf Beschwerde

 

Wenn Sie der Auffassung sind, dass wir bei der Verarbeitung ihrer Daten datenschutzrechtliche Vorschriften nicht beachtet habe, können Sie sich an den

 

Sächsischen Datenschutzbeauftragten

Devrientstr. 1

01067 Dresden

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden, der Ihre Beschwerde prüfen wird.

 

  1. Widerspruch gegen Werbe-Mails

 

Der Nutzung von im Rahmen der Impressumspflicht veröffentlichten Kontaktdaten zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderter Werbung und Informationsmaterialien wird hiermit widersprochen. Die Betreiber der Seiten behalten sich ausdrücklich rechtliche Schritte im Falle der unverlangten Zusendung von Werbeinformationen, etwa durch Spam-E-Mails, vor.

Aufbau des NaturFreunde-Netzwerkes

Die NaturFreunde sind eine internationale Umwelt-, Kultur-, Freizeit- und Touristikorganisation. Von österreichischen Sozialisten 1895 in Wien gegründet, gehören heute zur NaturFreunde-Bewegung etwa 500.000 Menschen in 45 Mitgliedsorganisationen, darunter fast 75.000 in Deutschland. Die NaturFreunde Internationale (NFI) als Dachverband hat ihren Sitz in Wien.

Das NaturFreunde-Netzwerk ist demokratisch und föderalistisch aufgebaut, das Spitzenorgan in Deutschland ist der Bundeskongress. Er tritt alle drei Jahre zusammen und besteht aus Bundesvorstand, Vertreter/-innen aus Landesverbänden, Fachgruppen und Naturfreundejugend. Die Landesvertreter/-innen werden aus Delegierten der Ortsgruppen und Bezirke in den Landeskonferenzen bestimmt. In Deutschland gibt es in allen Bundesländern Landesverbände.

Sie koordinieren Arbeit und Projekte auf regionaler bzw. örtlicher Ebene. An der Basis arbeiten allein in Deutschland ca. 650 Ortsgruppen, die auch die rund 450 Naturfreundehäuser bewirtschaften.

Von Anfang an haben wir es als unsere Aufgabe angesehen, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten – nicht in spektakulären Aktionen, sondern durch engagierte Arbeit vor Ort. Aus der Arbeiterbewegung entstanden, setzen wir uns ein für eine Welt ohne Krieg, gegen Unterdrückung und Ausbeutung von Mensch und Natur. Obgleich parteipolitisch und religiös unabhängig treten wir ein für eine offene Welt mit sozialer Gerechtigkeit und Demokratie in allen Lebensbereichen.

Traditionell orientieren wir NaturFreunde uns am Leitbild der Nachhaltigkeit und setzen dies in unserer Projektarbeit, in Kultur, Sport, Reisen und Erholung in unseren Naturfreundehäusern um. Dazu kooperieren wir mit unseren Partnerorganisationen und beteiligen uns z.B. durch Mitgliedschaften im Deutschen Naturschutzring, dem Dachverband der deutschen Umweltverbände.

Das Mitgliedermagazin NATURFREUNDiN erscheint viermal im Jahr und wird in einer Auflage von etwa 60.000 Exemplaren an die Mitglieder verschickt und in den Naturfreundehäusern ausgelegt.

Leitbild Nachhaltigkeit der NaturFreunde Deutschlands

Eine nachhaltige Welt ist möglich

Die Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant verändert. Ressourcenverschwendung, Klimawandel und Artensterben sind dabei, den Globus zu zerstören. Das ungebremste Streben nach Profit und mehr materiellem Wohlstand in den industrialisierten Ländern gefährdet die natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen. Ein Wirtschaftswachstum, das auf hemmungslosen Ressourcenverbrauch ausgerichtet ist, ist zum Fetisch geworden.

Mit der Globalisierung verschmilzt die Welt immer mehr zu einem einzigen Markt. Das Kapital ist grenzenlos und lässt die Demokratie, die Bürgerinnen und Bürger, sogar große Teile der Wirtschaft in den Nationalstaaten zurück. Im globalen Kapitalismus haben sich in den letzten Jahren Rücksichtslosigkeit und Kurzfristigkeit im Handeln ausgebildet. Weltweit schreitet die Zerstörung der Natur voran, in vielen Gesellschaften nimmt die Ungleichheit zu.

Die nüchterne Analyse der gravierendsten ökologischen Probleme ist eindeutig:

  • Die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas haben die Konzentration von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre so stark erhöht, dass ein radikaler Klimawandel droht.
  • Noch nie sind in so kurzer Zeit so viele Arten ausgestorben.
  • Die Weltfischbestände sind extrem geschrumpft. Damit ist eine wichtige Nahrungsquelle der Menschheit gefährdet.
  • Die Süßwasserreserven nehmen in vielen Teilen der Welt dramatisch ab.
  • Weltweit lassen sich an fast 2.000 Millionen Hektar Böden mehr oder weniger schwere Erosionserscheinungen feststellen.

Wir haben den Ernst der Lage begriffen: Auf dem Spiel stehen ein menschenwürdiges Leben, der Friede auf der Welt und nicht zuletzt die Bewohnbarkeit unseres Planeten. Wir müssen neue Wege gehen, um unsere Ziele zu verwirklichen, denn die alte Formel „Wachstum löst alle Probleme“ hilft nicht mehr. Der enge Zusammenhang zwischen Wachstum, Beschäftigung und Verteilung, der in den letzten Jahrzehnten viele Probleme entschärfen konnte, gerät an soziale und ökologische Grenzen. Seit 1987 verwenden die Vereinten Nationen den Begriff »Nachhaltige Entwicklung« für Handlungsstrategien, die gleichzeitig wirtschaftliche Entwicklung, sozialen Zusammenhalt und ökologische Grenzen berücksichtigen. Nachhaltig ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heute lebenden Menschen entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu gefährden. Nachhaltigkeit erfordert aber auch Gerechtigkeit zwischen den Menschen und den Völkern innerhalb der heute lebenden Generation.

Nachhaltigkeit

  • übernimmt Verantwortung für das Leben künftiger Generationen. Insofern ist sie nicht vereinbar mit der heutigen Kurzfristigkeit, die ökonomische Entscheidungen prägt;
  • ermöglicht den fairen Interessenausgleich zwischen Ökonomie, Sozialem und Ökologie. Sie ist das Gegenteil der einseitigen Dominanz der Ökonomie, der sich alles unterordnen soll;
  • fördert Vielfalt und Dezentralität. Sie grenzt sich von dem ökonomischen Einheitsdenken des Neoliberalismus ab;
  • stärkt die Demokratie, weil sie den Gestaltungsspielraum der Politik erweitert und mehr Demokratie und Partizipation möglich macht, statt ihre Entmachtung und Monopolbildung voranzutreiben.

Nachhaltigkeit verwirklicht mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlfahrt, um die Globalisierung zu gestalten. Sie stellt die Weichen für ein Jahrhundert der Ökologie, das einen neuen Fortschritt möglich macht, der wirtschaftliche Stabilität mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verträglichkeit verbindet. Dafür brauchen wir Reformen in vier großen Bereichen:

  1. Eine Reform der Wirtschafts- und Unternehmensverfassungen, damit sie sozial- und umweltverträglich werden;
  2. eine Neudefinition des technischen Fortschritts, der die ökologischen Notwendigkeiten für ökonomische Chancen und mehr Beschäftigung nutzt;
  3. eine Gerechtigkeitspolitik, die die Lasten des Umbaus, aber auch die Chancen der neuen Märkte fair und gerecht verteilt, nicht nur innerhalb unserer Gesellschaft, sondern auch zwischen Nord und Süd, heutigen und künftigen Generationen;
  4. ein Verständnis von Freiheit und Verantwortung, das der Endlichkeit und Begrenztheit des Naturkapitals gerecht wird.

Nachhaltigkeit als ureigenes Thema der Naturfreundebewegung

Die NaturFreunde nennen sich seit dem Bundeskongress 2001 »Verband für Nachhaltigkeit«. Unter nachhaltiger Entwicklung verstehen wir dabei die Gestaltung einer Gesellschaft, die sich mit ihren Zielen, Lebensstilen und Handlungsstrategien nicht nur am Heute, sondern auch am Morgen ausrichtet. Das bedeutet, dass bei der Befriedigung aktueller Bedürfnisse die Folgen für alle Menschen und vor allem auch für künftige Generationen mitbedacht werden müssen.

Die Grundwerte unseres Verbandes sind Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Wenn wir weiterhin in Freiheit leben wollen, müssen wir gute Lebenschancen für alle Menschen sichern. Wenn wir bei knapper werdenden Ressourcen Gerechtigkeit verwirklichen wollen, müssen wir anderen von unserem Wohlstand abgeben. Wenn wir in einer begrenzten Welt Solidarität praktizieren wollen, müssen wir den nachhaltigen Ertrag unseres Planeten miteinander teilen.

Wir brauchen eine Landwirtschaft, die alle Menschen ernähren kann, ohne immer energieintensiver zu werden. Wir brauchen Energie und Mobilität, die ohne Treibhausgase auskommen. Wir brauchen ökonomische und politische Strukturen in der Welt, die es ermöglichen, Bildung, Gesundheit und Nahrung so zu verteilen, dass sie allen Menschen auf der Erde zugänglich sind.

Wenn sich in den nächsten Jahrzehnten Klimawandel und Ressourcenverknappung zuspitzen, wird es die Menschen in der so genannten Dritten Welt zuerst treffen. Sie werden nicht in der Lage sein, sich die Technologien zu leisten, mit denen Rohstoffe und Energie effizienter eingesetzt werden können. Deshalb hat Nachhaltigkeit auch eine große entwicklungspolitische Bedeutung.

Visionen einer nachhaltigen Zukunft

Nachhaltigkeit und technische Entwicklungen

Nachhaltigkeit ist bisher eher ein Prinzip oder ein Bekenntnis zu einer gesellschaftlichen Utopie als eine naturwissenschaftlich-technische Handlungsanleitung für den zukunftsfähigen Umbau der Gesellschaft geblieben. Sie erfordert einen bisher nicht geleisteten Paradigmenwechsel von einer auf quantitatives Wachstum angelegten Wirtschaft zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft. Der enge Zusammenhang zwischen Wachstum, Beschäftigung und Verteilung, der in den letzten Jahrzehnten viele Probleme entschärfen konnte, ist an seine ökologischen Grenzen geraten. Bei uns und anderswo muss das schrumpfen, was nicht sozial- und umweltverträglich ist und das wachsen, was die Wohlfahrt und Leistungskraft steigert, ohne die natürlichen Lebensgrundlagen zu schädigen und die soziale Gerechtigkeit zu verletzen.

Fortschritt ist kein Selbstzweck mehr, sondern soziale, technische und ökologische Erfindungen haben sich an den Bedürfnissen des Menschen und der Zukunftsfähigkeit der globalen Entwicklung auszurichten. Ohne die Einführung ökologisch angepasster Strategien und Technologien wird eine nachhaltige Entwicklung nicht möglich sein. Und ohne ein Vorhandensein entsprechender Technologien wird auch der Erhalt unseres Lebensstandards nicht möglich sein. Insofern geht es darum, ökologisch nicht angepasste Technologien weniger attraktiv zu machen und die Entwicklung und Verwendung umweltverträglicher Alternativen entsprechend zu fördern.

Dies kann u.a. geschehen durch

  • gesetzliche Regelungen und Vereinbarungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene,
  • eine steuerliche Begünstigung umweltverträglicher Technologien,
  • eine stärkere Abgabenbelastung nicht nachhaltiger Technologien und
  • die Anpassung von Standards an den jeweiligen Marktführer in nachhaltigen Technologien.

Um eine solche Strategie umsetzungsfähig zu machen, sind konkrete und glaubwürdige Zukunftsszenarien erforderlich, welche die notwendige Sensibilität und politische Aktualität für Themen wie z.B. den Klimawandel, die Artenvielfalt oder mögliche Folgen der Gentechnik schaffen. Der UN-Weltklimareport des IPCC hat dies gegenwärtig erreicht. Und die Politik hat die Gelegenheit genutzt: Die Verabredungen auf dem EU-Gipfel vom vergangenen März und beim G8-Gipfel in Heiligendamm gehen in die richtige Richtung, sind aber noch lange nicht am Ziel angekommen.

Wesentliche Elemente einer „Nachhaltigkeitsstrategie“ sind

  • die Reduktion des Ressourcenverbrauchs,
  • die Verminderung der Emission schädlicher Substanzen für Umwelt und Gesundheit und
  • die Sicherung gerechter Lebenschancen und Lebensbedingungen, z.B. durch Zugang zu Bildung, Arbeitsmöglichkeiten, Sicherung der Lebensqualität, Infrastruktur und medizinische Versorgung.

Armutsbekämpfung und die Zukunftsfähigkeit der Sozialsysteme sind genauso Bestandteile jeder Nachhaltigkeitsstrategie wie die Teilhabe der Menschen am Haben und Sagen.

Nachhaltigkeit ist als oberstes Prinzip für alle Politikbereiche zu verankern: Entscheidungen in allen Politik- und Wirtschaftsbereichen dürfen erst nach einer umfassenden, interdisziplinären Abschätzung der ökonomischen, sozialen und ökologischen Folgen getroffen werden.

Nachhaltigkeit und Naturschutz

Der Naturschutz behält auch in Zukunft seine Bedeutung. Arten dürfen nicht durch menschengemachten Raubbau zugrunde gehen. Wälder und Feuchtgebiete sind notwendige CO2-Senken. Aber es reicht heute nicht mehr aus, die Natur mit einzelnen bewahrenden Maßnahmen schützen zu wollen. Die Geschwindigkeit, mit der immer mehr Arten aussterben, macht deutlich, welchen Anpassungsdruck der „Global Change“ auf alles Leben und letztlich auch für den Menschen mit sich bringt.

Die große Herausforderung für Mensch und Natur besteht heute darin, sich an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen und gleichzeitig alles dafür zu tun, die Veränderungen zu verlangsamen. Noch ist es zum Beispiel möglich, den weltweiten Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert auf zwei Grad zu begrenzen. Voraussetzung dafür ist eine Politik des schnellen Umsteuerns zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Die NaturFreunde zeigen besonders mit ihren sportlichen Aktivitäten und den Ideen eines sanften, nachhaltigen Tourismus, dass eine nachhaltige Nutzung der Natur möglich ist. Wir kümmern uns dabei traditionell um Naturschutz und Biodiversität. Trotzdem sind unsere Aktivitäten nicht auf einen einseitigen Naturschutz ausgelegt, sondern auf ein verantwortungsvolles Leben in und mit der Natur. Unsere Konzepte zeigen, dass es möglich ist, die Natur zu nutzen und zu genießen, ohne sie zu zerstören. Diese Ideen müssen wir weiterentwickeln und anderen vermitteln.

Nachhaltigkeit und Lebensqualität

Nachhaltigkeit ist allein durch technische Neuerungen und eine damit verbundene Effizienzsteigerung beim Einsatz von Energie und Rohstoffen nicht erreichbar. Wohlhabende Gesellschaften auf der Nordhalbkugel müssen sich auch beschränken. Ohne Einschränkungen können die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig nicht erhalten werden. Sie müssen nicht einen Verlust für die Lebensqualität bedeuten. WissenschaftlerInnen haben ermittelt, dass von einem relativ niedrigen Jahreseinkommen an die Lebenszufriedenheit mit höheren Einkommen nicht mehr zunimmt. Im Gegenteil: Immaterielle Freizeitgewohnheiten wie die Pflege von Beziehungen, das gemeinsame Erleben mit Freunden, die Selbstverwirklichung und gesellschaftliches Engagement haben einen wesentlich größeren Einfluss auf das Wohlbefinden als Geld und Konsum.

Wir NaturFreunde haben schon vor über 100 Jahren erkannt, dass man für ein erfülltes und solidarisches Leben keinen ungebremsten Konsum, sondern ein gemeinsames Leben von Werten im Einklang mit unserer natürlichen Umwelt braucht. Auch heute noch ist das gemeinsame Erarbeiten und Erleben von sozialen Beziehungen und Natur für uns ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung antikapitalistischer und nachhaltiger Lebensstile. Wir werden auch weiterhin für eine gerechte Verteilung von Reichtum und Ressourcen kämpfen. Wir werden aber auch zeigen, dass Geld sinnvoller und auch für jeden persönlich sinnstiftender in einem nachhaltigeren Konsum angelegt ist.

Bildung für Nachhaltigkeit

Bildung ist eine wichtige Voraussetzung für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Das Wissen um ökologische Zusammenhänge reicht dabei jedoch nicht aus, um die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen anzustoßen. Hinzukommen müssen Fähigkeiten und eine aus­reichende Motivation, die den Einzelnen in die Lage versetzen, individuell und kollektiv im Sinne der Nachhaltigkeit zu handeln.

Bildung für nachhaltige Entwicklung kann nur erfolgreich sein, wenn sie gleichzeitig Menschen in die Lage versetzt bei ihren eigenen Entscheidungen „nachhaltig“ vorzugehen und sich politisch und gesellschaftlich für den notwendigen Wandel einzusetzen.

Die NaturFreunde wollen dafür die UNO-Dekade zur „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (2005 bis 2014) nutzen.

Nachhaltigkeit für die EINE Welt

Die weltweit bestehenden Ungleichheiten sind ein großes Hemmnis für eine nachhaltige Entwicklung. Eine globale Nachhaltigkeitsstrategie muss deshalb die unterschiedliche Situation armer und reicher Länder berücksichtigen und für alle Nationen gangbare Wege zu mehr Nachhaltigkeit aufzeigen. Gleichzeitig muss die ungerechte Weltwirtschaftsordnung geändert werden. Ohne einen Ausgleich zwischen Arm und Reich kann keine dauerhaft umweltverträgliche Entwicklung erreicht werden. Und der Schwerpunkt der Welt wird sich nach Süden verlagern. Dort in den Schwellenländern wird 94 % des zukünftigen Bevölkerungswachstums stattfinden.

In vielen dieser Länder verbindet sich zurzeit ein rasantes Wirtschaftswachstum mit zunehmender sozialer Ungleichheit, stark steigendem Ressourcenverbrauch und gering ausgebildetem Umweltbewusstsein. Wenn die derzeitigen Schwellenländer unser Wirtschaftsmodell und unseren Ressourcenverbrauch kopierten, würde sich die weltweite Umweltsituation in kurzer Zeit dramatisch verschlechtern. Unter dem Anspruch einer gerechten Verteilung von Ressourcen bei gleichzeitiger Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen sind daher gerechtere Ver­teilungsmechanismen für den Ressourcenverbrauch zu entwickeln. Deshalb müssen Aspekte der Ressourcenschonung, der Umwelttechnologie und der Umweltbildung stärker als bisher die Entwicklungszusammenarbeit bestimmen.

Eine nachhaltige Wirtschafts- und Finanzpolitik

Die rot-grüne Koalition hat mit der Einführung der Ökosteuer einen richtigen Weg eingeschlagen, um den Faktor Arbeit zu entlasten und den Verbrauch von Energie stärker zu belasten. Dieses Konzept sollte fortgesetzt und um eine stärkere steuerliche Belastung des Verbrauchs von Rohstoffen und Boden ergänzt werden.

Um die Einseitigkeit ökonomischer Kennziffern (z.B. Bruttoinlandsprodukt) zu überwinden, sollten zunehmend ökologische Kennziffern in die gesellschaftlichen und ökonomischen Leistungsbilanzen aufgenommen werden. Das quantitative Wirtschaftswachstum ist noch immer auf die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen ausgelegt. Das Bruttoinlandsprodukt stellt perverserweise auch Umweltzerstörung als „Wachstum“ dar. Dies muss sich dringend ändern!

Aufgabe der Politik ist es, die Rahmenbedingungen für eine ressourcensparende und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen. Dazu gehört, dass Kostenberechnungen von Produkten und Dienstleistungen zukünftig den Verbrauch an Ressourcen und die entstehenden Umwelt­schäden einbeziehen.

Wirksame Instrumente wären hierbei:

  • Ein europaweiter Ausbau von Energiesteuern und die Förderung regenerativer Energien.
  • Eine Besteuerung des Ressourcenverbrauchs entsprechend ihrer Knappheit. So müssten knappe, nicht regenerative Ressourcen stärker besteuert werden als nachwachsende Rohstoffe.
  • Eine massive Umsteuerung der staatlichen Subventionspolitik. So müssen umweltfreundliche Technologien und Verhaltensweisen gefördert werden, während nicht nachhaltige Ansätze nicht subventioniert werden dürfen (Kohle-, Diesel- und Kerosinsubventionen, Pendlerpauschale, intensive Landwirtschaft, Flächenversiegelung).

Nachhaltige Energienutzung

Die erfolgreichste Methode zur Verringerung des CO2-Ausstoßes ist die Einsparung von Energie, und zwar sowohl im Industrie- und Dienstleistungsbereich als auch in jedem Haushalt. Eine CO2-neutrale Energieversorgung kann es nur mit der Nutzung regenerativer Energiequellen geben. Die Atomenergie wäre auch dann keine Lösung, wenn die Entsorgungsfrage geklärt wäre. Sie ließe sich nicht weltweit zur Stromversorgung heranziehen und auch ihr Rohstoff Uran stünde nur zeitlich befristet zur Verfügung.

Sonnenenergie in allen ihren Formen ist dagegen eine unerschöpfliche Energiequelle. Die Sonne strahlt täglich eine Energiemenge von gut 1 Trillion Kilowattstunden (eine 1 mit 18 Nullen!) auf die Erde herab. Das entspricht etwa dem 10.000-fachen des Weltprimärenergiebedarfs. Daneben ist es theoretisch bereits heute technisch möglich, den gesamten Energiebedarf Europas über Windenergie zu decken.

Für eine nachhaltige Mobilität

Die Mobilität für Menschen und Güter muss nachhaltiger als bisher organisiert werden. Wir brauchen deshalb die weitere Verlagerung von Verkehr auf die Schiene und eine konsequente Senkung des CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr. Von den geplanten EU-Vorgaben (120 g CO2/km) darf es auch in Deutschland keine Ausnahmen geben.

Der Flugverkehr muss endlich entsprechend seinen ökologischen Folgen steuerlich belastet werden. Innovationen im Umweltverbund aus Bahn, Bus, Fahrrad und Zufußgehen führen noch immer ein Schattendasein. Der öffentliche Personennahverkehr muss stärker unterstützt werden.

Eine nachhaltige Landwirtschaft

Ziel einer nachhaltigen Ernährung sollte es neben den gesundheitlichen Aspekten sein, dass wir uns von der Vorstellung verabschieden, immer alles überall verfügbar zu haben. Die Herstellung landwirtschaftlicher Produkte in Gegenden und auf Böden, die dafür nicht geeignet sind, verursacht immense Kosten: Von der Düngung über Bewässerung bis hin zur Lagerung. Wir sollten unser Ernährungsverhalten an unsere Umwelt anpassen und natürliche saisonale wie regionale Schwankungen in der Verfügbarkeit bestimmter Nahrungsmittel akzeptieren. Der Fleischkonsum sollte aus ökologischen Gründen eingeschränkt werden: Vom Energiegehalt der Pflanzen gehen 90 % auf dem Weg zum Rind verloren. Die NaturFreunde Deutschlands setzen sich in ihren Häusern, auf ihren Reisen und Freizeiten für eine bewusste Ernährung zur Schonung der natürlichen Ressourcen ein.

Ausblick

Wir befinden uns an einem Scheidepunkt der menschlichen Geschichte. Wenn nicht in den nächsten Jahren die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung gestellt werden, werden die von Menschen bewirkten Umweltveränderungen noch in diesem Jahrhundert zu katastrophalen Folgen für unsere Gesellschaft und unser Leben führen. Und die Kosten für die Bewältigung werden gigantisch sein. Trotz dieser Erkenntnisse sind wir in den letzten beiden Jahrzehnten einer nachhaltigen Lebensweise kaum näher gekommen.

Für die NaturFreunde steht die Nachhaltigkeit schon seit Jahren auf der Agenda. Wir werden uns weiterhin dafür engagieren, dass ökologische und soziale Ziele in der Politik vorrangig vor ökonomischen Zielen verfolgt werden. Nachhaltiges Denken und Handeln müssen so kommuniziert und gelebt werden, dass sie für möglichst viele Menschen akzeptabel und für immer mehr Menschen sogar attraktiv sind, auch wenn damit Verzicht verbunden ist. Nachhaltigkeit kann nicht von oben herab verordnet werden. Betroffene müssen als Akteure Prozesse mitgestalten können. Projekte und Veranstaltungen der NaturFreunde Deutschlands können als Beispiel dafür dienen, wie die Partizipation erfolgreich gestaltet und Elemente einer zukünftigen nachhaltigen Gesellschaft schon in der Gegenwart erlebt werden können. Bildung für nachhaltige Entwicklung hat eine Schlüsselfunktion für die Verbreitung nachhaltiger Lebensstile.

Eine nachhaltige Welt ist möglich. Die NaturFreunde leisten mit ihrer Arbeit in den Ortsgruppen, Landesverbänden und auf Bundesebene einen Beitrag dazu, dass sie Wirklichkeit wird. Der Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands wird in den nächsten Jahren gemeinsam mit den Fachgruppen sowie den Gliederungen der NaturFreunde und der Naturfreundejugend ein Nachhaltigkeitskonzept für den Verband erarbeiten. In dem Nachhaltigkeitskonzept sollen verbindliche Ziele für eine nachhaltige Ausrichtung des Verbandes diskutiert und festgelegt werden.

Dazu gehört die Beschreibung einer nachhaltigen Gestaltung von

  • Reisen und Freizeiten der NaturFreunde und der Naturfreundejugend
  • Naturfreundehäusern und ihrer Bewirtschaftung
  • Sportlichen Angeboten der NaturFreunde Deutschlands
  • Bildungs- und Kulturveranstaltungen sowie
  • Gruppentreffen und Gremiensitzungen

Neben der Festlegung von Zielen für die NaturFreunde Deutschlands werden gemeinsam mit den jeweiligen ExpertInnen im Verband konkrete Arbeitshilfen zur nachhaltigen Gestaltung der NaturFreunde-Arbeit erstellt.

Dieses "Leitbild Nachhaltigkeit" wurde auf dem 27. Bundeskongress der NaturFreunde Deutschlands vom 14.-16. März 2008 in Mannheim beschlossen. Es ist die Weiterentwicklung des 2001 verabschiedeten Manifest Nachhaltigkeit.

Manifest Nachhaltigkeit

NaturFreunde – der Verband für Nachhaltigkeit

„Die Menschheit steht an einem entscheidenden Punkt ihrer Geschichte. Wir erleben eine zunehmende Ungleichheit zwischen Völkern und innerhalb von Völkern, eine immer größere Armut, immer mehr Hunger, Krankheit und Analphabetentum sowie eine fortschreitende Schädigung der Ökosysteme, von denen unser Wohlergehen abhängt.“

So beginnt die Präambel der Agenda 21. Dieses Handlungsprogramm für unser Jahrhundert wurde im Juni 1992 von 178 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro verabschiedet. Die Agenda 21 ist das Programm für eine umweltverträgliche, nachhaltige und gerechte Entwicklung in der Einen Welt. „Nachhaltig“ ist danach eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heute lebenden Menschen entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu gefährden. Die Agenda 21 ist deshalb weit mehr als ein umweltpolitisches Programm. Sie bezieht wirtschaftliche und soziale Fragen ein, will die Bürgerbeteiligung stärken und globale Zusammenhänge ins Bewusstsein rücken. Sie ist ein Programm zur Bewältigung der großen Herausforderungen der Menschheit im Zeitalter der Globalisierung.

Trotz der Verpflichtungen von Rio hat sich zukunftsfähiges oder nachhaltiges Handeln noch längst nicht durchgesetzt. Auch inhaltlich muss Klarheit geschaffen werden. Statt Nachhaltigkeit beherrscht mehrheitlich das Prinzip „Wirtschaftlichkeit“ die konkreten Entscheidungen. Dies gilt immer wieder auch für die Entscheidungen der rot/grünen Koalition in Berlin, die sich harten ökonomischen Zwängen nicht zu entziehen weiß. Vor allem aber ist es die Politik der großen Industriestaaten mit den USA als Vorreiter, die den Globus rücksichtslos ausbeutet.

Ob die dafür notwendige Neuorientierung der Politik in den internationalen Gremien und in den Nationalstaaten gelingt, ob die Menschen in den industrialisierten Ländern bereit werden, ihren Lebensstil zu ändern, das hängt davon ab, wieviele Menschen sich für eine nachhaltige Entwicklung engagieren. Wir wollen dazu unseren Beitrag leisten und ein Motor für die notwendigen Reformen werden.

Vaclav Havel, der tschechische Präsident, schrieb: „Jeder von uns hat, kurz gesagt, die Möglichkeit zu begreifen, dass auch er, sei er noch so bedeutungslos und machtlos, die Welt verändern kann. Jeder aber muss bei sich anfangen. Würde einer auf den anderen warten, warteten alle vergeblich.“

Die NaturFreunde waren schon immer der ganzheitlichen und sozialen Perspektive verpflichtet, die heute „nachhaltige Entwicklung“ genannt wird. Sie bekennen sich zu einer demokratisch-sozialistischen Gesellschaftsordnung, sie streben nach einer Gesellschaft ohne Diskriminierung. Sie treten für mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität ein, wollen die Gesellschaft ökologisch umbauen, suchen nach Völkerverständigung, Abrüstung und Frieden.

Die NaturFreunde nehmen die Herausforderung des Erdgipfels von Rio an: Für uns steht der Begriff Nachhaltigkeit für eine Zukunftsvision, in der wirtschaftliche Entwicklung dauerhaft mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verträglichkeit verbunden wird. Das ist eine Perspektive, die Fortschritt möglich macht, den Zusammenhalt der Gesellschaft fördert und den Menschen heute und in Zukunft soziale und ökologische Sicherheit gibt.

Deshalb wollen wir uns in Zukunft als Verband für Nachhaltigkeit verstehen.

  • Nachhaltigkeit bedeutet Solidarität mit den Menschen in anderen Ländern und den Menschen, die nach uns kommen werden. Nachhaltigkeit ist eine Herausforderung auch an jüngere Menschen, technische und soziale Innovationen zu entwickeln, die ein Leben mit weniger Verbrauch an Rohstoffen und Energie und mit weniger Abfällen, mit weniger Umweltzerstörung, aber mit mehr Beteiligung, Lebensqualität und persönlicher Entfaltung ermöglichen.
  • Nachhaltigkeit bedeutet Nutzung von Technologien zum Einsparen von Ressourcen und zur Verbesserung ihrer Effektivität, heißt Effizienzsteigerung, Dezentralisierung und mehr lokale Verantwortung für die Lebensgestaltung. Heißt mehr Raum für Klein- und Mittelbetriebe und regionale Wirtschaftskreisläufe als Antwort auf eine ungezähmte Globalisierung und heißt neue zukunftssichere Arbeitsplätze. Nachhaltigkeit ist das Bündnis für Arbeit und Umwelt.
  • Nachhaltigkeit braucht eine Politik von unten, Bürgerbeteiligung und Übernahme von Verantwortung. Sie will Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen, vor allem auch der Frauen und jungen Menschen.
  • Nachhaltigkeit umfasst vorsorgenden und integrierten Umweltschutz, Ressourcenschonung, Förderung und Nutzung regenerativer Energien und Erhaltung der Vielfalt der Natur und damit der natürlichen Lebensgrundlagen.
  • Nachhaltigkeit ist im Gegensatz zum zerstörerischen Shareholder-Kapitalismus wirklich „modern“, weil ihr Ziel nicht die kurzfristige Profitmaximierung, sondern die dauerhafte Sicherung der Existenzgrundlagen für alle Menschen ist. Und weil sie die Kreativität und Phantasie anregt statt die Menschen anonymen Zwängen unterzuordnen.
  • Nachhaltigkeit verlangt aber auch Schritte zu einer grundlegenden Veränderung unserer Wirtschafts- und Lebensweise. Wachsender materieller „Wohlstand“ durch immer höheren Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen gerät immer stärker in Konkurrenz zum Zeitwohlstand. Mehr Mobilität gerät in Konkurrenz zu sozialer Verbindlichkeit. Mehr Erwerbsarbeit in Konkurrenz zu Familien- oder Eigenarbeit. Mehr Orientierung an Karriere oder Geld in Konkurrenz zu Muße oder Phantasie. Immer noch schneller, höher und weiter in einer vom Ellenbogen beherrschten Gesellschaft? Das kann nicht unser Weg sein. In einer gerechten Welt kann man nicht von allem immer mehr haben und verbrauchen.

Nachhaltigkeit wirft deshalb auch die Frage nach einem neuen „Wohlstandsmodell“ auf:
Zur Forderung nach einer verbesserten „Effizienz“ beim Einsatz von Energie und Rohstoffen kommt die Frage nach einer anderen Qualität des Lebens. Bei der UNO gibt es einen Wohlstandsindex, dem nicht nur der Verbrauch an materiellen Gütern zu Grunde liegt, sondern der auch Indikatoren wie Bildungschancen, soziale Sicherheit, Demokratie und Mitbestimmung und eine intakte Natur einbezieht. Dafür könnte die Formel lauten: „Besser leben“.

Die NaturFreunde haben sich immer schon am Leitbild einer „nachhaltigen Entwicklung“ orientiert, in dem die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen mit sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Entfaltung verbunden ist.

Sie waren immer Teil der europäischen Reformbewegung für einen demokratischen Sozialismus und gegen eine vom Kapitalismus bestimmte Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Sie sind bis heute ein Touristenverband, eine Umweltorganisation, ein Sportverband, eine Kulturinitiative besonderer Art geblieben.

  • Sie unterscheiden sich von anderen Wander-, Radfahr- und Kanuvereinen, weil bei ihnen der pflegliche Umgang mit der Natur und die sozialen Beziehungen zwischen den Menschen Vorrang haben.
  • Sie unterscheiden sich von klassischen Umweltverbänden, weil sie den Menschen als Teil der Natur sehen, der sie nicht zerstören darf, aber nutzen können muss. Und weil sie Umweltschutz und soziale Sicherheit in einen engen Verbund setzen.
  • Sie kämpfen als Teil der Arbeiterbewegung mit den Gewerkschaften für gleichberechtigte Teilhabe aller an der wirtschaftlichen Entwicklung.
  • Sie pflegen die Solidarität innerhalb der eigenen Generation, zwischen den Generationen und in der Einen Welt, in der alle Menschen den gleichen Anspruch auf Teilhabe erheben können.

Die NaturFreunde tun dies in ihren Ortsgruppen, Landesverbänden, in ihrem Bundesverband und der Naturfreunde Internationale. Sie suchen neue Möglichkeiten für gemeinsames Naturerleben. Sie kümmern sich um nachhaltigen bzw. „sanften“ Tourismus. Sie modernisieren Schritt für Schritt ihre 500 Häuser, um aus ihnen ökologische Vorbilder zu machen. Sie verknüpfen ihre Arbeit dort mit Umweltbildung für Familien und Kinder.

Sie lernen gemeinsam mit Gewerkschaften, wie das Umsteuern in eine nachhaltige Entwicklung gestaltet werden kann. Sie rufen Kampagnen aus, um den Klimaschutz zu verbessern, um Flüsse wieder sauberer zu machen, Landschaften integriert weiter zu entwickeln und um „Grüne Wege für die Zukunft“ zu finden. Und sie arbeiten an der gemeinsamen Interessenvertretung von Umweltverbänden und Gewerkschaften, um deutlich zu machen, dass Umweltschutz und Arbeitsplätze nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen.

Die NaturFreunde können vieles besser als andere Organisationen: Mit unserem ganzheitlichen Ansatz, Tourismus, Ökologie, Kultur, Sport, Arbeitswelt miteinander zu verbinden, haben wir die besten Voraussetzungen, um zum „Verband für Nachhaltigkeit“ zu werden. Das entspricht unserem Verständnis von Reformen.

Die NaturFreunde sind Teil der demokratischen „Zivilgesellschaft“, die nicht nur gesellschaftliche Nischen besetzen, sondern an der Gestaltung der Zukunft auch in der Politik mitwirken. Sie fordern dabei die Orientierung aller Politikbereiche am Grundsatz der Nachhaltigkeit ein.

Aber die NaturFreunde müssen sich auch selbst modernisieren, wenn sie ihren Part erfolgreich und aktiv spielen wollen. Wir wollen nicht ein beliebiger Verband werden, der mit Events, Trendsportarten und Zeitgeist auf sich aufmerksam macht. Aber wir wollen der Verband werden, der Anstöße zu einem nachhaltigen Lebensstil gibt, der ein Freizeit-, Sport-, Kinder- und Umweltangebot macht, das dem Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung entspricht. Das macht uns attraktiv für diejenigen, die selbst denken, statt sich fremdbestimmen zu lassen. Nachhaltigkeit ist keine Mode, sondern eine grundsätzliche Wertorientierung, entlang der wir uns entwickeln und die Politik mitgestalten wollen.

Nachhaltigkeit bedeutet für uns, offen sein für alle Menschen, die mit uns diese Wertvorstellung teilen und sich in diesem Sinne aktiv einsetzen wollen. Wir NaturFreunde werden in Zukunft verstärkt mit unserem besonderen Profil werben und damit auch unsere Besonderheit herausstellen:

Wir sind nachhaltig und etwas anders:

  • Wir sind der etwas andere Wanderverein: Wir gehen „gemeinsam on tour“ und interessieren uns dabei für Natur und soziale Kultur.
  • Wir sind der etwas andere Sportverband: Wir treiben naturverträglichen und gemeinschaftlichen Sport.
  • Wir sind der etwas andere Umweltverband: Wir verbinden Umweltschutz mit Innovation, neuen Arbeitsplätzen und Sozialverträglichkeit.
  • Wir sind der etwas andere Naturschutzverband: Wir fördern Naturerlebnis und die verantwortungsvolle Nutzung der Natur.
  • Wir sind der etwas andere Reiseveranstalter: Wir bieten soziale Begegnungen bei umweltverträglichen Reisen.
  • Wir sind der etwas andere Kulturverband: Wir fördern „Kultur von unten“ für alle.


Wir reden über Freiheit und Gerechtigkeit und internationale Solidarität. Wir haben Träume von einer friedlichen und gerechten Zukunft. Wir arbeiten an der Zukunftsfähigkeit Deutschlands in der Einen Welt. Wir sind der Verband für Nachhaltigkeit.

Das Manifest Nachhaltigkeit wurde auf dem 15. Bundeskongress der NaturFreunde Deutschlands 2001 in Duisburg beschlossen.


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